Warum achtsam in der Natur sein?

Bei meinen achtsamen Naturspaziergängen leite ich Achtsamkeitsübungen und Meditationen an.

Doch was bedeutet es überhaupt, achtsam in der Natur zu sein? Und wofür ist es gut?

Achtsamkeit bedeutet, einfach im Jetzt zu sein. Daher habe ich auch den Namen für meine achtsamen Naturprojekte gewählt: einfach Sein. Wenn Du achtsam bist, richtest Du Deine Aufmerksamkeit bewusst auf das, was Jetzt ist.

Die Achtsamkeitspraxis besteht folglich darin, dass Du es lernst und trainierst, Deine Aufmerksamkeit bewusst zu lenken und zwar auf innere sowie äußere Gegebenheiten dieses Moments. In der Haltung der Achtsamkeit wählen wir, welchen Aspekten des Jetzt wir unsere Aufmerksamkeit schenken und was wir einfach ziehen lassen wollen, wie die Wolken am Himmel.

Wir werden damit möglichst wertfreier Beobachter des jetzigen Moments – wie auch immer er sich für uns offenbart.

Heutzutage spüren viele Menschen, dass sie ständig erschöpft sind, unter Ängsten und Sorgen leiden, immer auf der Suche sind nach etwas Neuem. Wonach genau sie suchen, können sie manchmal selbst nicht klar definieren, oder aber es verändert sich ständig. Eine Art sinnlose Rastlosigkeit oder auch eine rastlose Sinnlosigkeit ist in unserer modernen Gesellschaft beinahe zum Normalzustand geworden.

Achtsamkeit in der Natur erdet uns – in der Natur, in diesem Moment und nicht zuletzt in uns selbst. Ihre ‚Nebenwirkungen‘ sind daher nicht selten Entspannung, Erholung, Weiterentwicklung, Zufriedenheit, Klarheit, Gelassenheit, Geduld, spirituelle Erfahrungen und Erkenntnisse, Lebensfreude und innere Ruhe.

Doch diese Wirkungen sind keineswegs unser ‚Ziel‘, wenn wir achtsam in der Natur sind. Vielmehr geht es ums einfache in der Natur sein und darum zu schauen, was um uns herum und in uns selbst geschieht. Das bewusste Wahrnehmen des gegenwärtigen Geschehens steht im Mittelpunkt – und dazu leite ich Übungen und Meditationen bei meinen Naturspaziergängen an.

Achtsamkeit in der Natur ist folglich absichtslos, gegenwärtig sowie vollkommen offen und akzeptierend, das heißt geschehen lassend, was Jetzt ist.

So können wir den Dingen, Menschen und auch uns selbst die Zeit lassen, die wir brauchen. Die Natur hat ihre eigenen Rhythmen, Abläufe, Brüche und generell Arten, sich zu zeigen und zu entwickeln. Und wir sind dort als achtsame Beobachter.